Zum Hauptinhalt springen

Lithium

Li • Ordnungszahl 3

Lithium

Lithium ist ein chemisches Element der Gruppe der Alkalimetalle. Es ist das leichteste Metall mit der geringsten Dichte bei Standardbedingungen.

Lithium ist hochreaktiv und kommt daher in der Natur nur in Verbindungen vor. Bei feuchter Luft reagiert elementares Lithium bei Berührung mit der Hautfeuchtigkeit und führt zu schweren Verätzungen.

Als Spurenelement kann Lithium auch Bestandteil von Mineralwasser sein. Im menschlichen Organismus sind geringe Mengen Lithium vorhanden.

In seiner metallischen Form ist Lithium ein weiches, silbergraues Metall mit guter Wärme- und Stromleitfähigkeit, wodurch es Energie speichern und übertragen kann. Daher ist das Metall für die Anwendung in Batterien interessant.

Das größte Abbauland ist Australien. Die Greenbushes-Mine (Albermarle, Tianqi Lithium) in Westaustralien ist die größte aktive Mine, gefolgt vom Salar de Atacama (SQM) in Chile.

Die drei größten Lithiumproduzenten 2025 sind Albermarle, SQM und Ganfeng Lithium

  • Geschichte

    Der Schwede Johan August Arfwedson entdeckte Lithium, als er 1817 Mineralienfunde des Brasilianers José Bonefácio de Andrada e Silva von der Insel Utö in Schweden analysierte. 1818 entdeckte der deutsche Chemiker Christian Gottlob Gmelin, dass Lithiumsalze eine rote Flammenfärbung ergeben — in Feuerwerkskörpern sorgt Lithium etwa für die rote Färbung.

    Mit der ersten industriellen Lithiumproduktion begann 1923 die deutsche Metallgesellschaft AG.

    Eine der ersten Anwendungen für Lithium war in der Medizin. Als Arzneistoff werden Lithiumsalze in der Psychiatrie bei bipolaren Affektstörungen, Manie und Depressionen sowie bei Cluster-Kopfschmerzen eingesetzt.

    Um 1940 wurden Lithium-Schmiermittel entwickelt, die bis in die Gegenwart breite Anwendung finden.

    In den 1950er Jahren wurde Lithium für die Entwicklung der Wasserstoffbombe benötigt. Zu diesem Zweck begann in den USA der massive Abbau von Lithium, vor allem in Kings Mountain (North Carolina).

    Später kam die industrielle Verwendung als Zusatzstoff in der Aluminiumverhüttung sowie Glas- und Keramikproduktion.

    Die bedeutendste Anwendung für Lithium ist in der Batterieindustrie. Es wird in Lithium-Ionen-Akkumulatoren, wiederaufladbaren Batterien, in Elektroautos, Energiespeichern, Laptops, Smartphones, Tablets und anderen Konsumgütern eingesetzt.

    Ab den 1970er Jahren begannen Forscher Lithium bei der Entwicklung von wiederaufladbaren Batterien einzusetzen. Aufbauend auf den Arbeiten von Stanley Whittingham und John Goodenough gelang dem japanischen Chemieingenieur Akira Yoshino 1983 der Durchbruch. Seine Forschungsarbeiten brachten den Lithium-Ionen-Akkumulator schließlich zur Marktreife, was sich Sony als erstes Unternehmen zu Nutze machte. 2019 erhielten Whittingham, Goodenough und Yoshine für ihre Batterieforschung den Nobelpreis für Chemie.

    Die neue Batterietechnologie sorgte ab den 2000er Jahren für einen globalen Lithium-Boom: Zwischen 2000 und 2020 hat sich die Produktion versechsfacht.

  • Verwendung

    Batterien sind die mit Abstand wichtigste Anwendung für Lithium. Rund 87 Prozent des Lithiums gingen 2024 in die Batterieindustrie. Die wichtigsten Treiber für die Nachfrage des Leichtmetalls sind Autoindustrie und Energiespeichersysteme. Eine Elektroautobatterie beinhaltet im Schnitt sechs Kilogramm Lithium, wo es in Form von Lithiumkarbonat oder Lithiumhydroxid als Anodenmaterial verwendet wird. Darüberhinaus werden wiederaufladbare Lithium-Ionen-Akkus auch in Laptops, Smartphones und einer Vielzahl anderer elektronischer Geräte verwendet.

    Lithium wird außerdem als Schmiermittel sowie in der Glas- und Keramikindustrie verwendet. Die in der Pharmazie beanspruchten Lithiummengen sind im Vergleich zu den anderen Sektoren sehr gering. 

    Lithium wird in kleinen Mengen auch in der Kernenergie verwendet, wo es für den sicheren Betrieb der Kühlsysteme von Druckwasserreaktoren benötigt wird.

  • Vorkommen, Abbau und Gewinnung

    Lithium ist auf der Erde weit verbreitet, allerdings in sehr geringen Konzentrationen. Zu den relevantesten lithiumhaltigen Mineralen gehören Spodumen, Petalit und Lepidolit. Weitere lithiumhaltige Minerale, die bisher nicht kommerziell für die Lithiumgewinnung abgebaut werden, sind Zinnwaldit und Jadarit.

    Bedeutende Lithiumvorkommen gibt es auch in Salzseen und geothermischen Tiefengewässern.

    Die größten Lithiumressourcen lagern in den Salzseen im Lithiumdreieck Südamerikas, das Argentinien, Bolivien und Chile umfasst. Wirtschaftlich relevante Lithiumkonzentrationen sind auch in Geothermalwasser vorhanden, etwa im Oberrheingraben.

    2024 betrug die weltweite Lithiumproduktion 240.000 Tonnen, der Verbrauch wird auf 220.000 Tonnen geschätzt.

    Die wichtigsten Abbauländer sind Australien, Chile, China, Simbabwe und Argentinien. Die weltweit nachgewiesenen und wahrscheinlichen Ressourcen betragen 115 Millionen Tonnen und verteilen sich folgendermaßen:
    Argentinien und Bolivien jeweils 23 Millionen Tonnen; Chile 11 Millionen Tonnen; Australien 8,9 Millionen Tonnen; China 6,8 Millionen Tonnen.

    In den USA befindet sich mit Thacker Pass in Nevada eine der größten Lithiumvorkommen der Welt. Lithium Americas will 2027 mit dem Abbau beginnen. Der einzige aktive Lithiumabbau in den USA liegt ebenfalls in Nevada: Silver Peak ist eine Salzsee-Lagerstätte, die von Albemarle betrieben wird.

    Lithium wird in Europa, abgesehen von Portugal, wo es in kleinen Mengen für die Keramik- und Glasindustrie als Nebenprodukt gefördert wird, nicht abgebaut. Allerdings gibt es größere Vorkommen und mittlerweile auch zahlreiche Abbauvorhaben. Darunter auch in Portugal selbst, im Norden des Landes.

    In Spanien sind zwei Lithiumvorkommen in der Region Extremadura bekannt und werden seit mehreren Jahren erschlossen.

    Im serbischen Jadartal befindet sich eines der größten derzeit bekannten Lithiumvorkommen Europas, das der Bergbaukonzern Riotinto abbauen will. Aus dem erst 2004 entdeckten Mineral Jadarit wird derzeit noch kein Lithium kommerziell gewonnen.

    An der deutsch-tschechischen Grenze befindet sich wahrscheinlich Europas größte Lithiumlagerstätte. Den Abbau auf tschechischer Seite wird vom staatlichen Energiekonzern ČEZ gemeinsam mit der australisch-britischen Firma European Metals vorangetrieben. Das Vorhaben wurde von der EU-Kommission als strategisches Projekt eingestuft.

    Auf der deutschen Seite bemüht sich die Firma Zinnwald Lithium um den Abbau. Auch hier handelt es sich mit Zinnwaldit um ein Mineral, aus dem Lithium bislang noch nicht kommerziell gewonnen wurde.

    In Finnland könnte die Firma Keliber ab 2026 Lithium im Westen Finnlands abbauen. Das Projekt, hinter dem der südafrikanischen Konzern Sibanye-Stillwater steht, hat einen Kredit der Europäischen Investmentbank in der Höhe von 150 Millionen Euro erhalten.

    Neben dem Abbau aus Hartgestein gibt es in Deutschland und Frankreich auch Projekte für die Lithiumförderung aus geothermalem Tiefenwasser. Die EU-Kommission hat den Vorhaben von Vulcan Energy Resources am Oberrheingraben und von Eramet im Elsaß den Status eines strategischen Projekts verliehen.

    Der sogenannte Bohrlochbergbau ist noch eine junge Technologie, die für jede Sole aufgrund ihrer unterschiedlichen chemischen Zusammensetzung individuell angepasst werden muss. Einmal entwickelt, gilt die Fördermethode jedoch als effizienter und umweltfreundlicher als Bergbau. Marktbeobachter Benchmark Minerals geht von wachsender Bedeutung dieser Lithiumlagerstätten für die Zukunft aus.

    In Zukunft wird neben dem Primärabbau das Recycling von Lithium eine wachsende Rolle spielen. Die Rückgewinnungsquoten von Lithium sind allerdings noch gering, da einerseits noch nicht genug der großen Lithium-Ionen-Akkumulatoren ihr Lebensende erreicht haben und andrerseits Recyclingkosten in westlichen Industrieländern hoch sind. China ist mit Abstand weltweit führend beim Recycling von Lithium und anderen Batteriematerialien, gefolgt von Südkorea und Japan.

  • Substitution

    In naher Zukunft könnte Lithium in Batterien durch einfaches Salz ersetzt werden: Der chinesische Batteriehersteller CATL hat bereits 2021 erste Natrium-Ionen-Batterien für E-Autos auf den Markt gebracht. Auch die Mitbewerber BYD und Huawei folgen diesem Trend. 

    Auf der Erde ist Natrium das sechsthäufigste Element. Das bedeutet einerseits deutlich niedrigere Beschaffungskosten im Vergleich zu Lithium sowie auch eine bessere Umweltverträglichkeit bei der Herstellung.

  • Quellen

    https://lithium.org/a-brief-history-of-lithium/
    https://www.mining-technology.com/marketdata/ten-largest-lithiums-mines/
    https://www.brimco.io/mining/top-lithium-producers/?srsltid=AfmBOoopXf34iihKY38-ayyz6FIFgF68lQkqopDw9VCWh6CgojGKxS7_
    https://cen.acs.org/articles/91/i26/Lithium-Treating-Gout.html
    https://sqmlitio.com/de/nosotros/historia-del-litio/ 
    https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Lithium_41883
    https://www.periodensystem-online.de/index.php?el=3&id=history
    https://de.wikipedia.org/wiki/Lithium 
    https://rudolphina.univie.ac.at/lithium 
    https://elements.visualcapitalist.com/the-key-minerals-in-an-ev-battery/
    https://pubs.usgs.gov/periodicals/mcs2025/mcs2025-lithium.pdf
    https://source.benchmarkminerals.com/article/rise-of-dle-will-open-up-new-sources-of-lithium-supply-this-decade 
    https://world--nuclear-org.translate.goog/information-library/current-and-future-generation/lithium?_x_tr_sl=en&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=rq
    https://www.catl.com/en/news/6013.html
    www.bbc.com/future/article/20240319-the-most-sustainable-alternatives-to-lithium-batteries
    https://www.eramet.com/en/news/eramet-es-ageli-geothermal-lithium-project-officially-recognized-as-a-strategic-project-by-the-european-union/ 
    https://www.mining-technology.com/news/lithium-americas-fid-thacker/ 
    https://www.albemarle.com/global/de/location/silver-peak-nv-usa

    https://www.researchgate.net/publication/311781588_Lithiumgewinnung_aus_anspruchsvollen_Lagerstatten_Zinnwaldit_und_magnesiumreiche_Salzseen https://www.gtai.de/de/trade/tschechische-republik/branchen/der-grosse-lithiumrausch-1844422

Lithium, Li, Alkalimetall, Leichtmetall, Chemisches Element, Batteriemetall, Elektrochemie, industrielle Nutzung, Rohstoffe, Lithium-Ion-Batterien, ISE AG Metalle, ISE AG

Weiterlesen … Lithium

  • Aufrufe: 4196

Indium

In • Ordnungszahl 49

Indium

Indium ist ein seltenes, silberweißes und weiches Schwermetall. Es ist weicher als Blei und lässt sich verformen. Wie Zinn gibt das reine Metall beim Biegen einen hohen „Schrei“ von sich.

Seine Häufigkeit in der Erdkruste ist vergleichbar mit der von Silber.

Es hat die ungewöhnliche Eigenschaft, im geschmolzenen Zustand an sauberem Glas und anderen Oberflächen zu haften und diese zu benetzen. Das macht Indium wertvoll für die Herstellung hermetischer Versiegelungen zwischen Glas, Metallen, Quarz, Keramik und Marmor.

Das Metall wird häufig bei der Herstellung von Halbleiterbauelementen verwendet. Die wichtigste Anwendung ist jedoch in Touchscreens, Flachbildschirmen (LCDs und OLEDs) und Solarmodulen

Das Element ist in Spuren in vielen Mineralien enthalten, insbesondere in denen von Zink und Blei, aus denen es als Nebenprodukt gewonnen wird.

Die wichtigsten Produktionsländer sind China, Südkorea und Japan.

Die wichtigsten Firmen sind Zhuzhou Smelter Group in China und Korea Zinc in Südkorea.

  • Geschichte

    Indium wurde 1863 von den deutschen Chemikern Ferdinand Reich und Hieronymus Theodor Richter bei der Untersuchung von Zinkerzproben entdeckt. Das Vorhandensein einer vorherrschenden indigoblauen Spektrallinie legte den Namen nahe.

    Eine größere Menge Indium wurde erstmals auf der Weltausstellung 1867 in Paris gezeigt. 

    Nach einer ersten Anwendung ab 1933 als Legierungsbestandteil in Zahngold begann der umfangreiche Einsatz von Indium mit dem Zweiten Weltkrieg. Die Vereinigten Staaten setzten es als Beschichtung in hoch beanspruchten Lagern von Flugzeugen ein.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Indium vor allem in der Elektronikindustrie, als Lötmaterial und in niedrig schmelzenden Legierungen eingesetzt. Auch die Verwendung in Kontrollstäben von Kernreaktoren wurde mit der zunehmenden Verwendung der Kernenergie wichtig. Dies führte bis 1980 zu einem ersten starken Ansteigen des Indiumpreises.

    Ab 1987 wurden zwei neue Indiumverbindungen, der Halbleiter Indiumphosphid und das in dünnen Schichten leitende und durchsichtige Indiumzinnoxid entwickelt. Besonders Indiumzinnoxid wurde mit der Entwicklung von Flüssigkristallbildschirmen technisch interessant. Durch den hohen Bedarf wird seit 1992 der größte Teil des Indiums zu Indiumzinnoxid weiterverarbeitet.

  • Verwendung

    Indium wird hauptsächlich als Indiumzinnoxid (ITO) verwendet, einer transparenten, leitfähigen Beschichtung, die für Touchscreens, Flachbildschirme (LCDs und OLEDs) und Solarmodule unerlässlich ist. Etwa drei Viertel der Nachfrage nach Indium gehen auf Touchscreens, LCD- und OLED-Monitore und faltbare Displays zurück.

    Zehn bis 15 Prozent gehen in die Herstellung von Solarzellen (Dünnschicht-Solarzellen, Perowskit-Solarzellen).

    Auch in Kernreaktoren spielt Indium eine Rolle.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Die weltweite Indiumproduktion beläuft sich auf jährlich etwa 1000 Tonnen.

    Indium ist ein Nebenprodukt des Zinkabbaus (ca. 1 Tonne pro 1.000 Tonnen Zink). 90 Prozent der weltweiten Produktion werden aus dem Zinkerz Sphalerit gewonnen.

    China, Kanada und Peru verfügen über Zinkvorkommen mit relevantem Indiumgehalt, wobei China die weltweit Indiumproduktion mit einem Marktanteil von über 50 Prozent dominiert.
    Das größte Indium-Unternehmen ist Zhuzhou Smelter Group.

    Etwa 30 Prozent des Indiums stammen mittlerweile aus Recycling.

  • Substitution

    Antimonzinnoxid-Beschichtungen wurden als Alternative zu ITO-Beschichtungen in LCDs entwickelt.

    Kohlenstoffnanoröhren-Beschichtungen wurden als Alternative zu ITO-Beschichtungen in flexiblen Displays, Solarzellen und Touchscreens entwickelt.

    Poly(3,4-ethylendioxythiophen) (PEDOT) wurde ebenfalls als Ersatz für ITO in flexiblen Displays und organischen Leuchtdioden entwickelt. Kupfer- oder Silber-Nanodrähte wurden als Ersatz für ITO in Touchscreens untersucht.

    Graphen wurde als Ersatz für ITO-Elektroden in Solarzellen entwickelt und auch als Ersatz für ITO in flexiblen Touchscreens untersucht.

    Hafnium kann Indium in Steuerstablegierungen von Kernreaktoren ersetzen.

Indium, In, chemisches Element, Seltenes Metall, silbrigweißes Metall, weiches Metall, elektronische Anwendungen, Halbleiter, Indium Zinnoxid, ITO, Indiumlegierungen, industrielle Metalle, ISE AG

Weiterlesen … Indium

  • Aufrufe: 2900

Ilmenit

Ilmenit, International Mineralogical Association (IMA) 9. Auflage der Strunz'schen Mineralsystematik mit der System-Nr. 4.CB.05

Ilmenit

Bei Ilmenit handelt es sich um ein schweres Mineral, bestehend aus Eisen und Titanoxid (FeTiO3), auch als Titaneisen oder Titaneisenerz bezeichnet.

Es sieht Magnetit sehr ähnlich. Ilmenit ist formal ein Gemisch mit einem Anteil von 48 Prozent Eisen(II)-oxid und 52 Prozent Titandioxid. Es dient als Hauptquelle für die Gewinnung von Titandioxid und Titanmetall.

Der Name stammt vom Ilmengebirge im Südural, in Russland. Ilmenit ist relativ verbreitet

  • Geschichte

    Erstmals entdeckt wurde das Mineral im Menaccan-Tal in Cornwall (Großbritannien) und wurde von William Gregor 1791 beschrieben. Bezeichnet wurde es zunächst nach seinem Fundort als Menaccanit.

    Den bis heute gültigen Namen Ilmenit erhielt das Mineral 1827 vom Mineralogen Adolph Theodor Kupffer. Er stellte fest, dass das vom Berg Ilmen im russischen Ilmengebirge stammende Mineral kein Titanit war, sondern eine neue Verbindung.

    Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde Titandioxid für seine strahlend weißen Pigmenteigenschaften geschätzt, was zu einem erhöhten Interesse an Ilmenit führte.

    1916 begann die kommerzielle Produktion von Titandioxid aus Ilmenit im norwegischen Fredrikstad sowie fast zeitgleich in den USA. Das Titandioxid-Pigment aus dem norwegischen Werk ersetzte zunehmend das bis dahin gebräuchliche gesundheitsschädliche Bleisulfat als Weißpigment und stellt bis heute unter dem Namen Kronos International Titandioxid her.

    In den 1940er Jahren entwickelte Kroll-Verfahren ermöglichte die Gewinnung von Titan, das die Luft- und Raumfahrtindustrie sowie die Rüstungsindustrie aufgrund seiner Leichtigkeit und Korrosionsbeständigkeit schätzte. Dies führte zu vermehrtem Abbau von Ilmenit.

  • Verwendung

    Ilmenit kann entweder über das Sulfat- oder das Chloridverfahren in Titandioxid in Pigmentqualität umgewandelt werden. Ilmenit kann auch über das Becher-Verfahren zu Titandioxid in Form von Rutil veredelt und gereinigt werden.

    Ilmenit-Erze können werden durch Schmelzverfahren in flüssiges Eisen und eine titanreiche Schlacke umgewandelt.

    Stahlherstellern nutzen Ilmeniterz als Flussmittel zur feuerfesten Auskleidung von Hochöfen.
    Über die aluminothermische Reduktion kann Ilmenit zur Herstellung von Ferrotitan verwendet werden.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Die weltweite Ilmenitproduktion beträgt um die 10 Millionen Tonnen jährlich.

    Zu den wichtigsten Produzenten zählen China, mit jährlich etwa 3,5 Millionen Tonnen, Mosambik, rund 1,5 Millionen Tonnen und Südafrika mit geschätzt 1,2 Millionen Tonnen.

    Lac Tio in Kanada ist das größte feste Ilmenitvorkommen der Welt und wird von Rio Tinto abgebaut.

    Bei Tellnes in Norwegen handelt es sich um eine der größten Ilmenit-Minen der Welt, die von Kronos International, einem der führenden Titandioxid-Produzenten betrieben wird.

Ilmenit, Titaneisenerz, FeTiO₃, Titan-Eisen-Oxid, Titan-Erz, Rohstoff, Titandioxid-Produktion, Titanium source, Mineral-Metall, Schweres Mineral, ISE AG Metalle, ISE AG

Weiterlesen … Ilmenit

  • Aufrufe: 2264

Germanium

Ge • Ordnungszahl 32

Germanium

Germanium ist ein ein silbergraues Halbmetall, das in der Erdkruste selten ist. Es kommt hauptsächlich in Spuren in Zinkerzen, Kohle und Germanit vor. Die wichtigsten Endanwendungen von Germanium sind Glasfaser- und Infrarotoptik sowie Halbleiteranwendungen.

Aufgrund der weltweit geringen Verbrauchsmengen fehlen genaue Daten zu Produktionsmengen
China ist der wichtigste Germaniumhersteller. Weiter Länder in den Germanium hergestellt doer recycelt wurde sind Belgien, China, Deutschland, Kanada, Russland und die USA.

Seit 2023 herrschen in China Exportkontrollen auf Germaniumprodukte. Für die USA besteht seit Dezember 2024 ein Exportverbot für alle Germaniumprodukte aus China.

Die EU, USA, Kanada, Großbritannien, Australien, China, Japan, Südkorea und Indien listen Germanium als strategischen oder kritischen Rohstoff.

  • Geschichte

    Germanium wurde 1886 von deutschen Chemiker Clemens Winkler entdeckt. Knapp zehn Jahre zuvor sagte der russische Chemiker Dmitri Iwanowitsch Mendelejeff die Existenz von Germanium voraus, das homolog zu Silizium sein würde. Das damals noch unentdeckte Element nannte Mendelejeff Eka-Silizium. Winkler gab dem Element den Namen Germanium.

    Die schlechte Verfügbarkeit des Elements erschwerte weitere Untersuchungen. Zudem erschlossen sich für das seltene nichtmetallische Element zunächst keine technischen Anwendungen.

    Germanium erlangte erst nach 1945 wirtschaftliche Bedeutung, als man seine Eigenschaften als Halbleiter für die Elektronik erkannte.

    Viele andere Stoffe werden heute ebenfalls als Halbleiter verwendet, doch Germanium bleibt von größter Bedeutung für die Herstellung von Transistoren und Bauteilen für Geräte wie Gleichrichter und Fotozellen.

  • Verwendung

    Rund die Hälfte des Germaniums wird in der Glasfasern eingesetzt. Dabei wird Germaniumdioxid verwendet, um die Lichtübertragung zu verbessern. Für Hochgeschwindigkeitsinternet, Telekommunikation und Rechenzentren ist Germanium unverzichtbar.

    Das zweitwichtigste Anwendungsgebiet mit einem Anteil von etwa 30 Prozent sind Infrarotoptik (IR) und Wärmebildgebung. Hierfür werden etwa Germaniumlinsen und -fenster in militärischen Nachtsichtgeräten und Wärmebildkameras verbaut. In der Automobilindustrie kommt Germanium in Fahrerassistenzsysteme zur Anwendung sowie auch in der Satellitenbildgebung.

    Die Verwendung von Germanium in Halbleitern und Elektronik ist weiter relevant, aber rückläufig. Sie werden etwa in Hochgeschwindigkeitstransistoren, Dioden und Solarzellen verwendet. Silizium-Germanium-Legierungen (SiGe) verbessern die Leistung von 5G- und Mobilfunkchips.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Germanium fällt als Nebenprodukt bei der Verarbeitung von Zink und Kohle an. 80 Prozent des weltweiten gewonnenen Germaniums stammen aus der Zinkerzverarbeitung. Das wichtigste Mineral für die Germaniumgewinnung aus Zink ist Sphalerit, das bedeutendste Zinkerz.

    China ist ein bedeutender Produzent von Germanium aus Kohlequellen. Bei der Verbrennung von Kohle reichert sich Germanium in Flugasche an, aus der es dann gewonnen wird.

    Nach China, das die globale Germaniumproduktion mit 60 bis 70 Prozent dominiert, sind Russland und Kanada weitere Produktionsländer.

    Der größte Germaniumproduzent der Welt ist das chinesische Unternehmen Yunnan Germanium Industry mit Hauptsitz in Kunming in der Provinz Yunnan.

  • Substitution

    Silizium- oder Galliumarsenid ersetzen Germanium in bestimmten elektronischen Anwendungen.

    Einige Metallverbindungen können in Hochfrequenzelektronikanwendungen und in einigen Leuchtdiodenanwendungen ersetzt werden.

    Chalkogenidglas wurde als Ersatz für Germaniummetall in Infrarotanwendungen verwendet.

    Antimon und Titan werden als Polymerisationskatalysatoren eingesetzt.

  • Eigenschaften

    elementares Germanium

    Germanium steht im Periodensystem in der Serie der Halbmetalle, wird aber nach neuerer Definition als Halbleiter klassifiziert. Elementares Germanium ist sehr spröde und an der Luft bei Raumtemperatur sehr beständig. Erst bei starkem Glühen in einer Sauerstoff-Atmosphäre wird es zu Germanium(IV)-oxid (GeO2) oxidiert. GeO2 ist dimorph und wird bei 1033 °C von der Rutil-Modifikation (CN =6), in die ß-Quarz-Struktur (CN=4) überführt. In Pulverform ist es ein entzündbarer Feststoff und kann durch kurzzeitige Einwirkung einer Zündquelle leicht entzündet werden und brennt nach deren Entfernung weiter. Die Entzündungsgefahr ist umso größer, je feiner der Stoff verteilt ist. In kompakter Form ist es nicht brennbar. Germanium ist zwei- und vierwertig. Germanium(IV)-Verbindungen sind am beständigsten. Von Salzsäure, Kalilauge und verdünnter Schwefelsäure wird Germanium nicht angegriffen. In alkalischen Wasserstoffperoxid-Lösungen, konzentrierter heißer Schwefelsäure und konzentrierter Salpetersäure wird es dagegen unter Bildung von Germaniumdioxidhydrat aufgelöst. Gemäß seiner Stellung im Periodensystem steht es in seinen chemischen Eigenschaften zwischen Silicium und Zinn.

    Germanium weist als einer von wenigen Stoffen die Eigenschaft der Dichteanomalie auf. Seine Dichte ist in festem Zustand niedriger als in flüssigem. Seine Bandlücke beträgt bei Zimmertemperatur ca. 0,67 eV.

    Wafer aus Germanium sind erheblich zerbrechlicher als Wafer aus Silicium.

Germanium, Ge, Halbmetall, Halbleiter, chemisches Element, silbrig-weißes Metall, Elektronikmaterial, optische Fasern, Solarzellen, industrielle Anwendungen, ISE AG Metalle, ISE AG

Weiterlesen … Germanium

  • Aufrufe: 2738

Gallium

Ga • Ordnungszahl 31

Gallium

Gallium ist ein silber-weißes, weiches Metall, das sich durch seinen niedrigen Schmelzpunkt, der bei etwa 30 Grad Celsius liegt, hervorhebt. Im Gegensatz zu Quecksilber, das einen noch niedrigeren Schmelzpunkt hat, ist reines Gallium nicht giftig. Der Siedepunkt von über 2000 Grad Celsius ist hingegen extrem hoch und macht Gallium in Hochtemperatur-Anwendungen nützlich.

Trotz seiner spezifischen molekularen Strukturen besitzt elementares Gallium eine zu elementarem Eisen vergleichbar hohe elektrische Leitfähigkeit. Legierungen mit Aluminium sind aufgrund der Schmelzpunkterniedrigung bei Raumtemperatur flüssig und können etwa als Sperrflüssigkeit eingesetzt werden.

Das Metall wird als Nebenprodukt der Aluminium- und Zinkproduktion gewonnen.
Der weltweite Galliumverbrauch ist sehr klein (2023: ca. 500 Tonnen), die Nachfrage jedoch steigend, aufgrund seiner Rolle in Halbleitern, LEDs und 5G-Technologien.

80 bis 90 Prozent des Galliums am Weltmarkt kommen aus China. Das Land hat im Sommer 2023 Exportkontrollen auf Gallium eingeführt.

Die größten Galliumproduzent der Welt sind Yunnan Chihong Zink & Germanium und Chinalco, Chinas staatlicher Aluminiumhersteller.

Das Metall ist in der EU, Großbritannien, den USA, Kanada, Australien und Japan als kritischer Rohstoff gelistet.

  • Geschichte

    Gallium wurde 1875 vom französischen Chemiker Paul-Émile Lecoq de Boisbaudran entdeckt. Zuvor sagte der russische Chemiker Dmitri Iwanowitsch Mendelejeff die Existenz eines Elements voraus, das im Periodensystem zwischen Aluminium und Indium liegen würde. Das damals noch unentdeckte Element, wurde als Eka-Aluminium bezeichnet. Zu Ehren seines Vaterlandes gab Lecoq de Boisbaudran seiner Entdeckung den Namen Gallium.

    Gallium blieb lange unbeachtet, da es nicht wirtschaftlich aus Erzen gewonnen werden konnte. Aufgrund der schlechten Verfügbarkeit und des dadurch resultierenden hohen Preises war das Interesse an dem Element Gallium und seiner Chemie gering.

    Mit der Entdeckung der Halbleitereigenschaften von Galliumverbindungen nahm das Interesse an an dem Element zu.

  • Verwendung

    Im Jahr 2024 lag der weltweite Galliumverbrauch schätzungsweise bei 600 Tonnen im Jahr. Der wichtigste Verbraucher ist die Elektronik- und Halbleiterindustrie.
    Rund drei Viertel des Galliums wird für die Herstellung Gallium-Nitrid- (GaN) und Gallium-Arsenid-(GaAs)-Wafern verwendet. GaAs und GaN übertreffen Silizium als Halbleitermaterial hinsichtlich Geschwindigkeit, Hitzebeständigkeit und Energieeffizienz.

    GaAs-Wafer werden in 5G- und 6G-Mobilfunkchips, Satelliten- und Radarsysteme und in der Optoelektronik (LEDs, Laserdioden, Solarzellen) verwendet.

    Schnellladegeräte, Wechselrichter für Elektrofahrzeuge, Rechenzentren, Glasfaser und
    Verteidigungssysteme wie Radare nutzen GaN-Halbleiter.

    Kleinere Galliummengen werden auch in der Medizin und der Forschung verwendet.

  • Vorkommen, Abbau, Gewinnung

    Gallium fällt als Nebenprodukt der Aluminium- und Zinkherstellung an. Bauxit und Sphalerit sind daher die bedeutendsten Minerale. Bei Gallium ist Chinas Monopol besonders spürbar. Das Land kontrolliert zwischen 80 und 95 Prozent der Produktion. Führender Galliumhersteller ist China Germanium, ein Tochterunternehmen von Yunnan Chihong Zinc & Germanium, sowie der staatliche Aluminiumkonzern Chinalco.

    Bis 2015 zählte die in Deutschland ansässige Firma Ingal Stade zum größten Galliumproduzenten außerhalb Chinas. Doch 2016 wurde der Betrieb eingestellt.

  • Substitution

    Flüssigkristalle aus organischen Verbindungen werden in optischen Anzeigen als Galliumersatz in LEDs eingesetzt.

    Komplementäre Metalloxid-Halbleiter-Leistungsverstärker auf Siliziumbasis konkurrieren mit GaAs-Leistungsverstärkern in Mobiltelefonen der mittleren Preisklasse der dritten Generation (3G).

    Indiumphosphid-Komponenten können GaAs-basierte Infrarot-Laserdioden in einigen Anwendungen mit spezifischen Wellenlängen ersetzen, und Helium-Neon-Laser konkurrieren mit GaAs in Anwendungen mit sichtbaren Laserdioden.

    Silizium ist der Hauptkonkurrent von GaAs in Solarzellenanwendungen.

    In vielen verteidigungsbezogenen Anwendungen werden aufgrund ihrer einzigartigen Eigenschaften GaAs- und GaN-basierte Schaltkreise eingesetzt, für die es keine wirksamen Ersatzstoffe gibt.

Gallium, Ga, chemisches Element, weiches Metall, niedriger Schmelzpunkt, Halbleiter, Elektronikmetall, hochwertige Metalle, strategisches Metall, industrielle Anwendungen, ISE AG Metalle, ISE AG

Weiterlesen … Gallium

  • Aufrufe: 2945

Weitere Beiträge …